MAX BILITZA


 

Max Bilitza, 1980 in Duisburg geboren, ist freischaffender Choreograf, Bühnenregisseur, Bildender Künstler, Kurator und Kulturmanager, mit internationaler Erfahrung. Max Bilitza verfügt über mehr als 15 Jahre Berufspraxis als dreidimensional arbeitender professioneller Künstler. In unterschiedlichen medialen und künstlerischen Konzepten lässt Max Bilitza seine Arbeiten (Tanzperformances, Rauminstallation, Objekte, Malerei, Skulptur) für die Bühne und den Ausstellungsraum entstehen. Oft entstehen seine Inszenierungen durch den Zusammenschluss einer Vielzahl von kreativen Elementen: Text, Choreografie, Sound, Lichtdesign, Erzählung, Objekt, Film, Kostüm und Bühnenbild. Sein Interesse an der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kunstbereichen führt verstärkt zu Kollaborationen mit professionellen Künstlern, Tanzschaffenden, Musikern, Wissenschaftlern und Amateuren. Mit der Zeit entstand ein fester Künstlerpool. Zudem entwickelt Max Bilitza choreografische Formate für Kinder und Jugendliche, in denen er fernöstliche Kampfkunst mit zeitgenössischem Tanz und Performance-Theater mit bildnerischen Konzepten verbindet. Seine künstlerische Arbeit führte ihn nach Russland, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Litauen, Frankreich und die Niederlande. Für seine grenzüberschreitende Theaterarbeit an der Schnittstelle von darstellender und bildender Kunst erhielt er zahlreiche Projektpreise, Kunstförderungen und Auszeichnungen.

 

Max Bilitza arbeitet kollaborativ mit professionellen Künstlern, Tanzschaffenden, Musikern, Wissenschaftlern und Amateuren und formiert mehrmals im Jahr ein temporäres Ensemble, welches sich als professionell arbeitende Tanzcompany versteht und neue Ansätze von mehrmedialen Bühnenformen entwickelt. Als künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des temporären Ensembles liegt sein besonderer Focus auf der Kunst als Forschung sowie auf künstlerischen Positionen, die zu einem Diskurs zwischen den Disziplinen anregen. In seinem Projektraum werden Tanz, Musik, Neue Medien und Bildende Kunst zu großformatigen und mehrdimensionalen Werken, die innerlich zusammenhängen: Zeichnungen, entstanden aus choreografischen Impulsen, eigentätige Nutzung neuer Medien zur Erschließung virtueller Räume, performative Erkundung von Gegenständen, Prozessen und Zusammenhängen in der Umwelt verschmelzen zu hybriden Tanzperformances, raumgreifenden Installationen und ortsspezifischen Kunstausstellungen.

 

Die Grundlage seines künstlerischen Ansatzes ist ein nicht-hierarchisches Denken über Bewegung, Körpersprache und Kultur. Seine Arbeitsweise kann grundsätzlich als eine dynamische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kunstgattungen, Disziplinen und Methoden verstanden werden. Im Zentrum steht immer der Mensch und sein Körper mit all seinen Facetten: Subjekt, Objekt, Geschichte, Präsenz, Altern, Sterben, Raum, Liebe, Rausch, Aggression, Heimat, Krieg und Frieden, Kultur und Prägung. In den letzten Jahren hat sich Max Bilitza konsequent der Suche nach einer eigenen Formensprache zugewandt, welche die Grenzlinie zwischen Bildender und Darstellender Kunst bei jeder Arbeit aufs Neue überwindet. 2018 erhält Max Bilitza die Individuelle Künstler- und Künstlerinnenförderung des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

Max Bilitza kam als Autodidakt vom Community Tanz über die Slam Poetry Szene zum zeitgenössischen Theater und zur Bildenden Kunst. Nach ersten literarischen Erfolgen als Performance-Poet (Europäische Slam Poetry Meisterschaft 2005 in Nimwegen) arbeitet er in verschiedenen künstlerischen Disziplinen und mit unterschiedlichen Medien. Gemeinsam mit dem tschechischen Musiker Tomas Vtipil gründet er 2006 das niederländisch-tschechisch-deutsche Künstlerkollektiv Neuland und tourt mit seinen Musik-Poesie-Performances durch Deutschland und Osteuropa. 2009 erweitert sich das Kollektiv mit russischen und ungarischen Künstlern zur Gruppe Borderland. Für seine künstlerische Arbeit an der Schnittstelle von Kunstproduktion und Kunstnetzwerk bekam er den Projektpreis „Kunst-im-Dialog“ 2011 der Schering Stiftung und des MitOst e.V., Berlin.

 

Seit 2007 entwickelt Max Bilitza choreografische Formate für Schülerinnen und Schüler, in denen er fernöstliche Kampfkunst mit zeitgenössischem Tanz und Performance-Theater mit bildnerischen Konzepten verbindet. Dass die Schulprojekte innerhalb des professionellen Kunstbetriebs ernst genommen werden, ist dabei eine der wichtigsten Maxime. Als künstlerischer und technischer Leiter des Bühnentages der Jugend und Schulkultur, der Schulkunstsaustellung und der Jungen Duisburger Akzente (2015-2018) verfügt Max Bilitza über ein Netzwerk zwischen weiterführenden Schulen, dem Festivalbüro der Stadt Duisburg, der SchulKulturKontaktStelle, dem Amt für Schulische Bildung, Museen und regionalen Spielorten der Hochkultur im Ruhrgebiet. Max Bilitza arbeitet als freier Künstler im Rahmen von Jugendprojekten und Workshops an Schulen und sozialen Einrichtungen. Max Bilitza ist Träger des Projektpreises Kinder und Jugendkulturland NRW 2015 und 2016.

 

Als international tätiger Regisseur-Choreograf engagiert sich Max Bilitza seit 2009 ehrenamtlich im Rahmen der Städtepartnerschaft und organisiert künstlerische Austauschprojekte (Ausstellungen, Tanzperformances, Konzerte) mit Künstlern und Institutionen aus anderen europäischen Ländern. Im Auftrag und auf Einladung der Stadt Perm kooperierte Max Bilitza als Gastkünstler mit russischen Tanzcompanien, Musikern und Bildenden Künstlern und erarbeitet abendfüllende Produktionen (Der Meister und Margarita 2013, Kill your Darlings 2014, Genesis Code 2018 u.a.). Als freier Kurator arbeitete Max Bilitza für das Festivalbüro der Stadt Duisburg bei den Duisburger Akzenten 2015-2017 leitete Lichtkunstprojekte (Die Straße und die Zeit 2015, Echtzeitlicht 2016), kuratierte die Gruppenausstellung von Absolventen der Akademie der Künste Vilnius in Duisburg 2017 und wirkte als Mitorganisator bei dem Musikfestival Traumzeit im Landschaftspark Duisburg-Nord 2017 mit.

 

Mit seiner Arbeit möchte Max Bilitza die unterschiedlichsten Personengruppen für die vielfältigen Formen und Ästhetiken der Kunst begeistern und bestehende Grenzen und Kategorisierungen in Frage stellen. In die Zukunft gedeutet, steht diese Entwicklung auch für ein sich im Wandel befindendes Künstlerbild und eine neue Perspektive auf die Institutionen der Kunst im Digitalzeitalter.